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radiant    0

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Rise of the Tomb Raider

(played on PS4 Pro, 4k@30fps Mode)

 

 

Pro & Kontra

 

+ Zum Niederkien schön

+ Ansprechender Umfang

+ Optionale Gräber (soweit gesehen) allesamt abwechslungsreich

+ Wundervolle Umsetzung von Sibirien, Gulags, Berglandschaften

+ Eine etwas greifbarere, gefestigtere Lara als noch im Vorgänger

+ Packend inszeniert

+ Toller Spielfluss

+ Nebenmissionen können nebensächlich sein und bleiben, bieten aber spannenden Content

+ Kurze, knackige Schiessereien

+ Genügend Kletter- und Rätseleinlagen

+ Survival-Gefühl

 

- Etwas zu zugekleisterte Map (Aufgaben da, Fundstücke dort etc... - aber kann man ja ausschalten)

- Ganz selten "flackernde" Umgebungsgrafik in Zwischensequenzen (als würde nicht das ganze Bild hochskaliert werden)

- Zuweilen plakativ unrealistisch (Verletztentransport im letzten Drittel - wie zur Hölle sind die da mit einem zu 90% toten Menschen entkommen? :lol:)

- Tauchsequenzen von der Steuerung her nicht ganz optimal - aber verschmerzbar

- Armee-der-Unsterblichen-Scheiss in solchen Spielen.... hört doch endlich auf mit dem Blödsinn...

 

 

"What makes someone reach beyond the boundaries of human experience....to face the unknown? As children, we question the world around us. We learn, we accept, and gradually, we lose our capacity for wonder. But some do not - the explorers, the seekers of truth. It is these pioneers who define the future of mankind."

 

 

Ein ganz grosses Kompliment an Crystal Dynamics für ein weiteres, wundervolles Abenteuer mit einer Lara, die mir immer besser gefällt und immer greifbarer wird. Ich muss sagen - die Sympathien für die neue Lara sind grösser als für die zwar kultige alte, aber platte und unnahbare Hardcore-Croft. Ein weiteres ganz grosses Kompliment aber auch an die Portierungsspezialisten bei Nixxes, die wieder einmal gezeigt haben, wie sauber man ein Spiel auf eine andere Hardware tragen kann. Die drei Anzeigemodi gelten bereits jetzt schon als Gold-Standard, der sich so ziemlich jeder Pro-Besitzer für jedes Pro-Enhanced-Spiel wünschen würde. Man hat die freie Wahl zwischen 1080p mit unlocked fps, 1080p@30 mit enriched Visuals und Checkerboard-scaled 4k@30fps - und letzterer hat mich einfach weggeblasen. Eindrücke dazu gibt's im Thread zum Spiel. Einfach wundervoll, mit welcher Liebe zum Detail die ganzen Gebiete, Höhlensysteme und Gräber erstellt wurden - und das gepaart mit einer tollen Spielbarkeit, an der es praktisch nix auszusetzen gibt. Es gibt viele Anpass- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten und das Spiel richtet sich praktisch nach dem persönlichen Gusto des Spielers. Wer schleichen will kann schleichen. Wer auf die Rambo-Tour setzen will, kann auch das - und ganz gewiefte Zocker kombinieren sich einfach beide Möglichkeiten und kommen so meiner Ansicht nach am besten auf ihre Kosten. Der nahezu fliessend mögliche Wechsel zwischen Stealth- und Rambo-Kills ist eine der grossen Stärken vom modernen Tomb Raider-Kuchen, bei dem sich auch Uncharted, sollte die Serie in welche Zukunft auch immer weitergehen, gerne noch ein Stückchen abschneiden darf - oder noch besser sollte.

 

Das Upgrade- respektive Lernsystem von Lara ist letztlich auch ziemlich clever aufgebaut. Immer wieder kommt man an Stellen, die ein Weiterkommen (noch) nicht erlauben. Und man weiss: Irgendwann erlernt man die dafür benötigte Fähigkeit oder erarbeitet sich das erforderliche Equipment und macht dann auch ziemlich sicher nochmals einen Abstecher zurück in bereits bekannte Gebiete. Ich weiss noch nicht, wieviele optionale Gräber und versteckte Stellen ich so noch klären werde, aber es werden definitiv noch ein paar sein. Ich habe noch nicht alles von dieser wundervollen Welt gesehen, noch lange nicht jedes Geheimnis entdeckt und noch ist die Motivation da, eben genau das zu tun.

 

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"Mankind shall be judged, the non - believers turned to ash and swept away and the pure of faith will be raised up and given...life eternal."

 

Inhaltlich gibt es keine all zu grossen Überraschungen. Nicht weiter tragisch ist die Handlung auf typisches Blockbuster-Niveau getrimmt, bei dem sich Lara gegen die bösen Buben von Trinity stellt, schlagkräftige Hilfe von einem "Wächter-Volk" erhält und eine gemeine familiäre Intrige rund um den Verlust ihres Vaters aufdeckt. Inszenatorisch ist das alles top-notch und tolle Regiearbeiten in den Zwischensequenzen werden von lebensechten Animationen und Mimiken untermalt. Wieso man aber um Himmels Willen wieder auf diesen dämlichen "Kniff" mit irgend einer Untoten-Zombie-Monster-Unsterblichen-Armee zurückgreifen muss, ist mir ein absolutes Rätsel. Das hat schon die Immersion in Uncharted kaputt gemacht und lässt auch an der Glaubwürdigkeit des Plots an sich zweifeln. Spinner, Sekten, Söldner, sonstige böse Gegenspieler - das alle ist ja ok und es gäbe mannigfaltige Möglichkeiten. Warum es sich bei dem ganzen Aufwand letzten Endes einfach machen und dem Spieler eine 08/15-Armee entgegensetzen, die mehr :rolleyes: als :thumbsup: ist? Darüber hinaus wird ständig propagiert wie gefährlich und beinah schon unbesiegbar die "Armee der Unsterblichen" (:rolleyes:) ist - dabei ballert man sie mit zwei Portionen Schrot genau so easy ins Nirvana wie die Trinity-Killertruppe.

 

Darüber hinaus sind gepanzerte Trinity-Truppen oftmals schwieriger zu handhaben als "Unsterbliche" :ugly:.. das muss so nicht sein und ich wünsche mir, dass sich Crystal Dynamics im nächsten Lara-Abenteuer von der Verwendung von derlei Gegnertypen verabschiedet. Das gesagt ist Rise of the Tomb Raider aber absolut spassiger, spannender und erzählerisch reichhaltiger Bombast, der zwar ab und an vorhersehbar wirkt, aber trotzdem nicht auf die Spassbremse tritt, sondern immer wieder einen inszenatorischen Turbo zündet, der nervige Passagen wie gerade eben beschriebene gleich wieder vergessen macht. Und es ist dann auch der mit Abstand grösste Kritikpunkt am Aufstieg Lara Crofts - alle anderen Mängel sind absolute Kleinigkeiten, die man in jedem noch so perfekten Spiel suchen und finden kann. Und so stelle ich Rise of the Tomb Raider denn auch noch deutlich vor Uncharted 4, dass sich zwar inszenatorisch und schon gar nicht rein optisch vor Lara verstecken muss (bisweilen sogar stärker auftritt), aber spielerisch trotz den neuen Schleichmöglichkeiten ins Hintertreffen gerät. Da hat Lara die Nase vorn und punktet mit glaubhafterem Gegneraufkommen (zahlentechnisch) und knackigeren Shootouts. Nichtsdestoweniger wurde diese Generation mit zwei der wohl zur Zeit besten Action-Adventures beehrt, die sich kein Fan des Genres entgehen lassen sollte.

 

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"I had listened to his last tape a thousand times, but it's as if I was hearing my father's words only now , for the first time. It doesn't matter what choices he would've made... I have to make my own. The myth of Kitezh was real. There are secrets out there that can change the world. I need to find them. Not for my father, not for anyone else. Trinity is still out there and they're more powerful than I ever imagined. I can stop them , I can make a difference. I can make the right difference."

 

DLC-technisch habe ich derweil nur die relativ kurze Baba-Yaga-Story gespielt und abgeschlossen, die mich wie schon beschrieben etwas zwiespältig, um nicht zu sagen relativ enttäuscht, zurückgelassen hat. Eine coole Location mit viel Potential versandete im dämlichen Drogentrip mit mässigem Bossfight (Wölve-Monster-Overflow) - es ist aber glücklicherweise nicht das, was ich vordergründig aus Rise of the Tomb Raider mitnehme. Im Croft-Anwesen war ich dagegen noch gar nicht und den ganzen Bonuskarten-Ramsch im Shop habe ich einerseits kaum angerührt und andererseits hat er mich auch überhaupt nicht gejuckt. Überflüssisger Schnickschnack.

 

Ich bin schon gespannt, wohin die Reise für Lara im nächsten Teil geht. Spielerisch wie ortstechnisch. Und ich hoffe, dass der Survival-Aspekt nicht verkleinert oder gar verloren geht, sondern vielleicht noch etwas stärker ins Gameplay integriert wird. Das passt imo hervorragend zur neuen Lara. Ein herausragendes Spiel, das die Messlatte ziemlich hoch anlegt und über einen Qualitätsstandard verfügt, von dem viele andere wohl noch träumen. The Legacy lives on.

 

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[spoiler=Ein paar Bildli mehr]tr30tz30.jpg

 

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bearbeitet von radiant

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ploher    0

Civilization VI (PC)

 

Man kann das Spiel nicht durchspielen, und ich werde es wohl noch dutzende Stunden weiterverfolgen. Immerhin habe ich mittlerweile zwei Siege geholt und ca. 40h gespielt, daher kann ich mir ein kurzes Fazit erlauben.

 

Für mich ist CIV VI der beste und "kompletteste" Teil der Serie. Die vielen kleinen Änderungen an der Spielmechanik sind für mich allesamt zu begrüssen, insbesondere die Distrikte machen verstärkte Spezialisierung der Städte möglich. Die Siegbedingungen scheinen gut gebalanced (wobei ich das im derzeitigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilen kann), Technologie- und Kulturbaum sinnvoll aufgebaut. Das erforschen der Techs und Civics macht Spass, die "Eureka-Momente" geben dem Erforschen zusätzlich Tiefe und erfordern strategische Planung. Positiv ist ferner, dass sich viele der Entscheidungen, insbesondere im Early-Game, schwerwiegender anfühlen als in den früheren Teilen. Umfangmässig ist das Spiel bereits jetzt (mindestens) auf dem Niveau von CIV 5 samt Addons.

 

Wirklich negativ ins Gewicht fällt meiner Ansicht nach eigentlich nur die K.I. und - damit einhergehend - die rudimentäre Diplomatie. Die K.I. macht ständig sinnwidrige Moves, erklärt Kriege aus dem Nichts, obwohl sie militärisch unterlegen ist, und schlägt Handelsverträge aus, die in beidseitigem Interesse wären. Vieles ist nicht nachvollziehbar, etwa wenn mein K.I.-Mitspieler Frankreich einen Freudschaftsvertrag ausschlägt, nur um eine Runde später selbigen selbst anzubieten, natürlich noch mit einer schönen Goldsumme für mich als kleinen Incentive (natürlich nehme ich das Geschenk gerne an, strunzdumm ist dieses K.I.-Verhalten dennoch ....). Diese völlig unlogisch agierende K.I. hat zur Folge, dass Handel und Diplomatie für mich im Grunde lästige Ablenkung statt zentrales Gameplayelement sind.

 

Insgesamt aber ein fantastisches Spiel, das mich sicher wieder im "dreistelligen Stundenbereich" fesseln wird.

 

9/10

bearbeitet von ploher

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radiant    0

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Titanfall 2 (SP-Kampagne)

(played on PS4 Pro)

 

 

Pro & Kontra

 

+ Optisch sehr schick und absolut stabile Framerate bei 60fps

+ Motivierende und toll spielbare Kampagne

+ Walljumps sind super easy und extrem spassig

+ Mächtiges Titan-Gefühl mit starken Systemwaffen

+ Das bisher beste und wuchtigste Gunplay, das mir untergekommen ist

+ Spielt sich, als wären Shooter seit eh und je für Controller konzipiert worden :ugly:

+ Gefühlvolle Verbindung zwischen Pilot und Titan

+ Wirft die Frage auf, ob Gefühle für eine Maschine (wider)natürlich sind

+ So bombastisch die Szenerie, so kreativ die Umsetzung

+ Praktisch null Leerlauf

 

- Widersacher-Seite etwas undurchsichtig. Sölder im Vordergrund, eigentlicher Bösewicht? Da muss TF3 kommen

- Zwei, drei Enemy-Titan-Fights etwas zu chaotisch

- Das Timelaps-Feature hätte man gerne noch etwas ausbauen können - aber das ist Rosinenpickerei

 

 

"The 9th Militia Fleet is en route to attack an IMC-controlled planet called Typhon. Zero civilian presence - I only know that it houses an IMC military research facility.

Aboard the James MacAllan, my Pilot training continues with Captain Lastimosa, a master level Pilot. I'm not sure why he chose me to be my mentor, but this is an opportunity I'd be crazy to pass up. "

 

Mit diesen Worten Worten beginnt eine der besten und kreativsten Shooter-Kampagnen, die mir in den letzten Jahren untergekommen ist. Titanfall 2 fühlt sich mindestens so frisch und genussvoll an, wie es Bulletstorm anno 2011 tat, entzieht dem originellen Spielprinzip aber die Vulgär-Komik und fügt ihm stattdessen eine stilvolle Portion Herz und Gefühl hinzu, die - und das halten in der Regel fast nur Auto- und Technik-Enthusiasten für möglich - mit viel Fingerspitzengefühl zwischen einen menschlichen Piloten und einer so lernfähig wie interessanten KI eingebettet wird. Wobei letztere nicht in einem weiblich-lasziven Hologramm, sondern in einem 40-Tonnen-Titan, einem kolossalen Zerstörungswerkzeug sondergleichen, ihren angestammten Platz findet. Sie ist greifbar. Sie bietet Schutz. Und sie tut alles, damit ihr Pilot überlebt. Bulletstorm und Titanfall 2 lassen sich aber noch auf einer anderen Ebene miteinander vergleichen: Dem Leveldesign. Beide Shooter verfügen über ein jeweils ausgeklügeltes, betten es aber den Gemeinsamkeiten zum Trotz recht unterschiedlich ins Spielgeschehen ein. Sorgen die Umgebungen in Bulletstorm für die unterschiedlichsten Arten der Gegnertötung und geben dafür auch noch Punkte, sind sie in Titanfall 2 das Mittel zur Fortbewegung und Gegnerüberrumpelung. Doublejumps, Walljumps mit anschliessendem Unter-Hindernissen-Durchgeslide.... Die Macher bei Respawn haben das so intuitiv umgesetzt, dass es sich für den Spieler als die leichteste Sache der Welt anfühlt.

 

Und wer gedacht hat, dass auch Titanfall 2 das Rad in Shooter-Kampagnen nicht neu erfindet, der irrt zumindest nur teilweise. Klar - es ist ein Shooter. Man legt Gegner um, tut dies mal mit einem Sturmgewehr, einem umgepolten feindlichen Roboter oder halt einem 2-Meter-Raketenwerfer, der an einem 40-Tonnen-Koloss befestigt ist. Die Grundmechaniken sind dieselben wie in jedem anderen Shooter auch. Jedoch hebt hier die kreative Ader, die den verschiedenen Kapiteln zugrunde liegt, diesen Shooter vom Rest ab. Einmal zieht man mit befreundeten Titans in eine bild- und geschossgewaltige Schlacht gegen feindliche Titans und denkt sich "Holla die Waldfee, wenn der 3. Weltkrieg so ausschaut, dann will ich ihn jetzt!", ein anderes Mal macht man Bekanntschaft mit einer Timelaps-Funktion, die sich auf Knopfdruck aktivieren lässt und so Tür- und Tor für ein ausgefeiltes Spielprinzip und witzige Kampfsituationen liefert und ein anderes Mal fühlt sich wie ein verlorener Kampfzwerk in einer übergigantischen, unterirdischen "Häuserbaufabrik", die mit endlos langen und ebenso überdimensionierten Rohrleitungen garniert und ausstaffiert wird. Dazu gesellen sich toll spielbare Kletterszenen und und und - dem Ideenreichtum der Entwickler schienen keinerlei Grenzen gesetzt worden zu sein und man darf hoffen, dass sich diese Kreativität auch bei Titanfall 3 fortsetzen wird - so es denn erscheinen möge. Ich wünsche es der Franchise von ganzem Herzen.

 

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"I detect sarcasm."

 

Und dann haben wir noch besagtes Sahnestückchen der Kampagne: Die Verbindung zwischen Pilot Jack Cooper und einem BT-7274 genannten Titan der Vanguard-Klasse. Man spürt förmlich, wie die "beiden" im Verlauf der Story ein Gespür für einander entwickeln, das gegenseitige Vertrauen wächst, sich eine Form von Freundschaft entwickelt, die man unter nüchterner Betrachtungsweise kaum wirklich nachvollziehen kann. Aber die Stimme des Titan, seine Art, Dinge zu formulieren, sein manchmal unfreiwilliger Sinn für Komik und seine - zugegebenermassen für eine Mascheine recht unproblematische - Aufopferungsgabe verleihen ihm halt eben auch viel Menschliches. Und das wiederum macht die Verbindung zwischen den beiden greifbar und verständlich - und letzten Endes auch nachfühlbar. Nur ein Beispiel für eine der urkomischen Gespräche zwischen Pilot und Titan (sinngemäss, nicht wortgetreu):

 

BT-7274: Pilot, das sieht nach einer schwierigen Situation aus

Pilot Cooper: Ja BT, das kannst du laut sagen...

BT-7274: PILOT, DAS SIEHT NACH EINER SCHWIERIGEN SITUATION AUS

 

*wie er ihn da anschreit :lol:)

 

Pilot Cooper:... BT.... das sagt man nur so

BT-7274: Ok, ich speichere das in meinem Sprachverständnischip

 

 

:thumbsup:

 

 

Und bei all dem sieht Titanfall 2 auch noch zum Verlieben gut aus. Kein Kapitel gleicht dem anderen - und ganz gleich ob man sich in dieser unterirdischen Fertigungsanlage, einer fremden und in Dunst gehüllten Planetenoberfläche befindet, in der man feindliche Kampfroboter durchwaten sieht oder sich auf dem Bug eines gigantischen Raumfrachters befindet, der gerade mit einem Affenzahn über ein Dschungelgebiet heizt und dabei beschossen wird - die Scheisse flimmert flüssig wie sonst was über die Mattscheibe und wird mal farbenprächtig, mal düster, aber immer knackscharf präsentiert - vom dynamischen Scaling bekommt man praktisch nix mit.

 

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"Protocol one: link to Pilot. Protocol two: uphold the mission. Protocol three: protect the Pilot."

 

Darüber hinaus gibt es zich Waffenmodule, die sich finden lassen und die verschiedene Spielstile mit dem Titan ermöglichen - und jedes dieser Waffenmodule hat eigene Systemfähigkeiten, die aber nach Gebrauch erst wieder aufgeladen werden müssen und somit zum bedachten Einsatz einladen. Und wie wuchtig die Systemwaffen abgehen... meine Fresse... abartige Raketensalven, ein dicker, fetter und bedrohlich rot leuchtender Laserstrahl und noch viele weitere liessen mich immer wieder staunen und befriedigt im Sessel zurücklehnen. Mit den letzten Reserven in letzter Sekunde noch schnell den feindlichen Titan wegpulverisieren, wo man selbst gerade mit dem Rücken zur Wand stand - das hat schon was. Es hat aber auch Schattenseiten - dies aber nur sehr selten. So fühlen sich manche Kämpfe etwas zu chaotisch an (der gegen Titan Slane z.B.) und es ist einfach zu viel los... es kommt Hektik auf, der Feindbeschuss ist zu hart und man beisst halt 5-10x an der selben Stelle ins Gras. Aber eben - das wiegt ungefähr so viel wie ein Mückenschiss auf der Hüllenlegierung von BT-7274.

 

Ohne den Multiplayer je angefasst zu haben, kann ich hier ruhigen Gewissens die folgende Wertung zücken:

 

 

As

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as BT-7274

 

 

[spoiler=Weitere Eindrücke]tit2aloxq.jpg

 

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BliNkEr]    0

Tyranny

 

Hat mir sehr gut gefallen. War nach Baldurs Gate 2 (das ich nur wenig gespielt habe) mein erstes cRPG. Das Spiel hatte ich anfangs November sowieso nicht auf dem Radar, die guten Kritiken und Bewertungen (u.a. im Steam-Forum) haben mich dann zu einem Kauf bewegt.

 

Vorneweg: mann muss VIEL im Spiel lesen. Es gibt Dialoge, die teilweise mehrere Minuten verschlingen und den Spieler vor kniffligen Entscheidungen stellen. Hier trumpft Tyranny voll auf. Ich kann die Geschichte sehr beeinflussen. Jede Entscheidung hat Konsequenzen, jeder Satz den man dem Gegenüber sagt kann verheerend oder positiv wirken. Schon zu Beginn kann man (wahlweise) die Belagerung durchspielen und bereits nach der Charakter-Erstellung die Geschichte und den weiteren Spielverlauf in eine bestimmte Bahn lenken. Schon nur dieser Einstieg ist sehr gut gemacht und lässt den Spieler schon grübeln. Ich hab mich im Nachhinein ein paar Mal nach dem „was-wäre-wenn“ Szenario gefragt. Somit ist Tyranny durchaus für einen zweiten oder gar dritten Durchgang geeignet. Da ich mich bei meinem Durchgang dem „Scarlet Chorus“ angeschlossen habe könnte ich mich in einem weiteren Durchgang eher den „Disfavored“ anschliessen. Oder halt dann gar keinem von beiden. Wie wäre es mit den Rebellen, die man später trifft? Alles möglich…

 

Über die Karte reist man per Schnellreise, wobei einem immer angezeigt wird wie lange die Reise dauert. Es gibt viele Orte, die nach und nach aufgedeckt werden. Lasst euch also zu Beginn von der eher kleinen Karte nicht irren, da kommt viel.

 

Die Party besteht aus maximal 4 Mitgliedern. Während der Reise trifft man noch Gefährten an. Da ich aber mit meiner Konstellation weitgehend zufrieden war, hab ich mir 2 Gefährten gar nicht weiter angeschaut. Viele Kombinationen sind aber möglich. Auch im Kampf, und da komme ich gerne aufs Kampfsystem zu sprechen, entfachen sich viele unterschiedliche Möglichkeiten und Taktiken.

Das Kampfsystem, das jederzeit pausierbar ist, hat mir sehr zugesagt. Dies ist auch notwendig, um stets neue Befehle zu geben, nachdem ein Cooldown einer Fähigkeit abgeklungen ist. Zwar kann man noch die Spielgeschwindigkeit ändern (langsam, normal und schnell), aber das Pausieren ist trotzdem imo vonnöten um einigermassen was reissen zu können.

Die Kämpfe sind (auf dem normalen Schwierigkeitsgrad) mitunter fordernd (vor allem gegen Schluss und der Endkampf), aber durchaus machbar und nicht unfair.

 

Grafisch kommt das Spiel in klassischer ISO-Sicht schick und atmosphärisch daher. Es gibt (auf den leider kleinen Maps) viele Details, versteckter Loot, Fallen und Informationen zum Lesen. Der Soundtrack ist sehr stark und verwöhnt die Ohren mit feinsten Klängen. Vor allem ein Kampf-Theme hats mir ziemlich angetan.

 

Tyranny ist ein Rollenspiel, das dem Genre-Name alle Ehre erweist. Die Charaktere haben ihre eigene Persönlichkeit und Ihre Verhaltensmuster, die Geschichte ist sehr spannend und hält den Spieler bei Stange, die Informationen über die Welt sind zahlreich und interessant und die Kämpfe im Verbund mit Looten und Leveln machen Spass.

 

Ich kann das Spiel jedem empfehlen, der Rollenspiele mag und auch dem etwas „klassischem“ nicht abgeneigt ist. Ist die Freude am Lesen auch noch vorhanden, kommt man an Tyranny kaum vorbei!

 

Nun bin ich sehr auf Pillars of Eternity gespannt!

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Bull3t    0

Ok danke für deine Eindrücke. Viel lesen schreckt mich schon ein wenig ab.. :ugly: . Wobei scheint es gut geschrieben zu sein. Es sieht schon verdammt gut aus.

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Raphaelo    0

Deine kurze Spielzeit auf Steam stimmt mich noch positiver gegenüber dem Spiel. Normalerweise meide ich solche RPGs, weil mir die Zeitinvestition zu gross ist, aber das scheint man ja noch in humaner Zeit durchspielen zu können :ugly: . Wishlisted :circle:

 

Bei mir war es zuletzt Bioshock 2 - Remastered

 

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Für mich war das Spiel eine wirklich schöne Rückkehr zu meinem Durchgang damals zu Release. Damals hat mir das Spiel irgendwie nicht so gefallen, habe sogar meine alten Eindrücke dazu rausgesucht und blieb dort irgendwie an relativ bedeutungslosen Details hängen :ugly: . Aber ja, man wächst ja auch irgendwie mit der Zeit.

 

Der Durchgang von der Remastered Version hat mir jedenfalls enorm viel Spass gemacht und Bioshock 2 als Spiel sich meiner Meinung nach wirklich nicht von dem Erstling zu verstecken braucht. Ich mochte wie es durchs Band versucht das Hauptspiel aus anderen Blickwinkel zu betrachten und neue Spielweisen zu trainieren. Besonders herausgestochen ist auch das Leveldesign, wo der Erstling einfach eher dürftig abschneidet, bietet Bioshock 2 teilweise ganz ausgeklügelte Levels. Mit kleinen Ecken zum Erkunden und coolen Abkürzungen. Es fühlt sich im Gegensatz zum Vorgänger wesentlich vertikaler an (was ja auch Sinn macht so wie sich Rapture eigentlich präsentiert).

 

Die Story ist ebenfalls tiptop und stürzt nicht so ab im letzten Akt wie Teil 1. Und auch in Sachen Combat bekommt man schon etwas mehr, mehr Gegner und durch die Little Sisters ist man regelmässig auch in einer defensiven Position, was auch andere Spielweisen fördert. Es ist gesamthaft wirklich ein runderes Erlebnis als der Erstling, verbessert sich fast in jeder Facette und gibt Rapture einen mehr als würdigen Abschied. Plus es hat noch Minerva's Den was so gesehen wohl weiterhin als eines der absoluten besten Levels in der Geschichte der Serie gilt. Dicht nach Fort Frolic ^_^

 

Ein sehr gutes Spiel, hat sich gelohnt das noch einmal durchzuspielen. Schade hat dieses Spiel nicht auch die umfassende Interview-Behandlung erhalten. Das wäre natürlich noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen.

 

5/5

 

 

Generell haben sich die beiden Remastered Version wirklich gelohnt. War eine schöne Rückkehr nach Rapture, welche meine Wertschätzung für diese Serie nur noch weiter gefestigt haben. Ich bekam viele Eindrücke über die Entstehung und durfte angenehm feststellen, dass die Spiele sich wirklich wunderbar gehalten haben. Zeitlose Klassiker :circle:

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Bull3t    0

Amen raphi :heil:

Das Phänomen um BS2 ist imho in einer Zeit entstanden, in dem Sequels zuvorderst mit Nasenrümpfen begegnet wurden. Dieses 'Label' trohnt(e) imho zu unrecht über diesem Titel.

 

Spielst du Infinite nochmals durch?

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BliNkEr]    0
Deine kurze Spielzeit auf Steam stimmt mich noch positiver gegenüber dem Spiel. Normalerweise meide ich solche RPGs, weil mir die Zeitinvestition zu gross ist, aber das scheint man ja noch in humaner Zeit durchspielen zu können :ugly: . Wishlisted :circle:

 

Joa, denke durchschnittlich 20h dürften bei Tyranny hinkommen.

Dazu sei aber auch gesagt, dass ich ein recht schneller Leser bin und nicht ewig für ein paar Zeilen Text brauche ^^

 

Super Review zu Bioshock 2 btw :circle:

Sollte dem Teil vielleicht auch nochmals eine Chance geben, war für mich damals so das "Dark Souls 2" der Bioshock-Reihe :ugly:

bearbeitet von BliNkEr]

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ushan    0
Amen raphi :heil:

Das Phänomen um BS2 ist imho in einer Zeit entstanden, in dem Sequels zuvorderst mit Nasenrümpfen begegnet wurden. Dieses 'Label' trohnt(e) imho zu unrecht über diesem Titel.

 

Spielst du Infinite nochmals durch?

 

This!

 

Schön, dass noch jemand zu der Erkenntnis kommt wie toll der zweite Teil eigentlich war. :circle:

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xerxes    3

Bin Vorgestern auch mit Tyranny fertig geworden. :lamy:

 

Schliesse mit dem Walliser mehrheitlich an, auch wenn ich finde dass die KI in Kämpfen gerne mal nicht unbedingt die hellste ist. Passierte mir ein Paar mal dass die Nasen einfach nur herumgestanden sind nachdem sie einen Gegner umgehauen haben und nicht automatisch den nächsten angegriffen haben. Bissl blöd wenn der Nahkämpfer einfach nur so da steht während der Rest der Party grad zusammengeklopft wird. Ausserdem spinnt die Wegfindung manchmal etwas herum, sie gehen nicht immer direkt auf den Gegner zu sondern laufen den längeren Weg um sie herum was natürlich wertvolle Zeit kostet und solche sachen.

Will es nicht schlechtreden, Kampfsystem ist grundsolide, nur bei mir wollten die Kämpfer nicht immer das machen was sie eigentlich sollten.

 

Der Fokus liegt klar auf der Story und den einzelnen Fraktionen im Spiel und wie man mit diesen interagiert. Dungeons erkunden oder die Welt bereisen kommt zwar vor, aber viel weniger als z.B. in einem Baldurs Gate oder Pillars.

Habe gelesen dass viele Leute mit der länge des Spiels nicht ganz zufrieden sind. Ein Zeitfresser wie Pillars ist Tyranny definitiv nicht, nach ca. 17 Stunden war auch ich durch. Für diese Art von Spiel nicht unbedingt besonders lang, wobei mich die das nicht unbedingt gestört hat. Im Gegenteil, fand es sogar gut dass sich das ganze nicht unnötig in die Länge zog.

ABER

Das Ende kommt dann gegen den Schluss schon etwas gar schnell auf einen zu und zum allen Übel Sequelbaitet das Spiel ganz schön kräftig in der Endsequenz. Der "Handlungsstrang" im Hauptspiel wird zwar schon schön abgeschlossen, auch all die kleinen Dinge und Geschichten haben ein Ende, trotzdem ist recht klar dass es irgendwann/irgendwie weitergehen MUSS.

Finde das ein bisschen schade denn der ganze Lore und die Welt der ganzen Charactere fand ich zumindest super und würde mich sehr gerne weiter in den anderen Ecken abseits der bekannten Karte etwas herumtummeln.

Wobei, es ändert sich anscheinend schon sehr stark je nachdem wie man sich entscheided, was mir zumindest Lust auf einen Zweiten Durchgang macht. Dann ist es auch nicht besonders schlimm dass es weniger als 20 Stunden dauert. :ugly:

 

Ok danke für deine Eindrücke. Viel lesen schreckt mich schon ein wenig ab.. :ugly: . Wobei scheint es gut geschrieben zu sein. Es sieht schon verdammt gut aus.

 

Wie wir Joey immer sagen: Chöifs!

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Raphaelo    0
Amen raphi :heil:

Das Phänomen um BS2 ist imho in einer Zeit entstanden, in dem Sequels zuvorderst mit Nasenrümpfen begegnet wurden. Dieses 'Label' trohnt(e) imho zu unrecht über diesem Titel.

 

Spielst du Infinite nochmals durch?

 

Bin noch am hin und her überlegen, ob ich mir Infinite auch noch einmal gönne. Müsste ich jetzt eigentlich fast in Angriff nehmen, wenn ich schon alle anderen Games durch habe :ugly: . Und auf dem PC habe ich es ausser dem DLC auch noch nie gespielt :thinking:

 

Ich weiss nur, das ich den DLC von Infinite nicht mehr spielen will. Der hat mir echt überhaupt nicht gefallen :nervous:

 

;381733']Joa' date=' denke durchschnittlich 20h dürften bei Tyranny hinkommen.

Dazu sei aber auch gesagt, dass ich ein recht schneller Leser bin und nicht ewig für ein paar Zeilen Text brauche ^^

 

Super Review zu Bioshock 2 btw :circle:

Sollte dem Teil vielleicht auch nochmals eine Chance geben, war für mich damals so das "Dark Souls 2" der Bioshock-Reihe :ugly:[/quote']

 

Und dabei ist Dark Souls 2 auch immer noch so gut :likeasir:

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BliNkEr]    0

 

 

Und dabei ist Dark Souls 2 auch immer noch so gut :likeasir:

 

Natürlich ist DS2 gut. Es hat "seine eigene" Art. Innerhalb der Souls-Reihe ist DS2 für mich nach wie vor der schwächste Teil.

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radiant    0

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The Elder Scrolls V: Skyrim Remastered

played on PS4 Pro, 4k30

 

 

Spielzeit: ~22.5h (Mainquest beendet mit Level 14 :lamy:)

In dieser Zeit Erlebtes: 3000 Fus-Ro-Dahs, die komplette Mainquest, 2-3 Nebenquests, Hauskauf, 1 Knast-Besuch, Gefährten-Beitritt

Genre: Nord(ic)-Walking-Simulator getarnt als RPG mit offener Spielwelt

 

 

Pro & Kontra

 

+ Gigantische und immer noch atemberaubende Spielwelt

+ Breitgefächerte Charakterentwicklung (am Ende läuft's bei mir eh auf einen bärtigen Wikinger mit Zweihänder hinaus...)

+ Stimmige und schön ausgearbeitete Dungeons

+ VIEL schnellere Ladezeiten - und somit viel angenehmer zu spielen als noch auf PS3

+ Viel zu entdecken

+ Schöne neue Lichteffekte, die extrem viel zur Atmosphäre beitragen

+ Diverse Random-Dafuq-LOL-Momente :thumbsup:

+/- Bugs mal hilfreicher Zufall (besonders mit tiefem Level :ugly:), mal annoying as hell

+ Haufenweise Möglichkeiten, die Zeit zu vertreiben und...

+ ...wohl ziemlich viele spannende Nebenquests :lamy:

- Kampfsystem immer noch so responsiv wie eine Kuh beim Wiederkäuen

- Viele Animationen unverändert hölzern (2011 halt)

- Marginale Waffen- und Rüstungs-Ausbeute im Verlauf der Mainquest (3 interessante Zweihänder, immer dieselben Nord-Schwerter....)

- Gegner-Balancing mal ausgewogen, mal nicht

 

 

"I used to be an adventurer like you. Then I took an arrow in the knee." (ehrlich gesagt: Ich fühlte mich gleich wieder daheim, als ich den Satz gehört habe

:ugly:)

 

Skyrim - ich hätte nicht gedacht, dass ich das nach der doch eher technischen Zumutung auf Konsolen nochmals anfassen werde. Sicherlich. Die Spielwelt konnte sich schon damals sehen lassen und war stimmig - und natürlich war es spielbar. Aber jedes Mal beim Betreten einer Stadt oder eines Gebäudes eine gefühlte Minute warten zu müssen, bis das Spiel findet "momol, jetzt habe ich fertig geladen" - das ging einfach nicht mehr... weshalb es damals dann nach doch etwa 30 Spielstunden, in denen ich aber mehr Zeit mit den Sidequests verplempert habe), das Handtuch warf. Und vermutlich kaufte ich zu dieser Zeit auch wieder ein Spiel nach dem anderen, weshalb es vielleicht auch noch zusätzlich anderem Stoff weichen musste.

 

Item: Seit der Ankündigung der Remaster-Version spürte ich wieder das Verlangen nach Himmelsrand. Nach Nord-Abenteuer und nach der Möglichkeit, Drachen mit einem fetten Zweihänder zu piesacken. Und der erneute Besuch der Provinz Himmelsrand mit seiner prächtigen Flora und Fauna hat sich durchwegs gelohnt. Und es ist sozuagen Liebe auf den zweiten Blick. Nach der anfänglichen Flucht und Durchlaufen des ersten unterirdischen Gewölbes tut sich eine fantastische, fantasiereiche und weitläufige Welt auf, an der man sich kaum satt sehen kann. Und es ist toll festzustellen, dass Skyrim auch nach 5 Jahren dank eines hübschen grafischen Upgrades und ein paar Lichteffekten immer noch mithalten kann und gar eines der - zumindest was den Artstyle betrifft - schönsten Spiele der modernen Zeitrechnung geblieben ist.

 

Das gesagt hatte ich es mir fest zum Ziel gesetzt, zumindest endlich mal die Mainquest zu beenden und wenn dann die Motivation anschliessend nicht verflogen ist, auch noch die eine oder andere Sidequest inklusive Dragonborn-Add-on zu erledigen - was ich auch ganz sicher tun werde. Zugegebenermassen - sich bei einem Spiel wie Skyrim fast ausschliesslich der Mainquest zu widmen, hat etwas Frevelhaftes an sich. Allerdings war ich dazu angesichts meines Backlogs und ständigem Spieleneukauf praktisch gezwungen. Man möge mir daher zwar den Galgen errichten, mich aber bitte nicht gleich daran erhängen :lamy:...

 

Nichtsdestoweniger - und auch wenn manche Sidequests interessanter und vielfältiger ausfallen dürften - hat die Mainquest viele positive Aspekte, die sich nicht nur damit zufrieden gibt, den Spieler über die ganze Map zu den entlegensten Orten zu schicken und ihm Horden von Gegnern entgegen zu stellen. Für den letztgenannten Punkt bin ich sogar sehr dankbar und Skyrim handelt das vor allem auch in den Dungeons ziemlich gelungen. Dass mehr als zwei oder drei Gegner auf einmal auf den Spieler losstürmen, kommt praktisch nicht vor - und für einmal war ich auch froh, dass die meisten Gegner des Hauptgeschichtsstrangs mit dem Spielerlevel skalieren und es somit kein Ding der Unmöglichkeit ist, ein Spiel wie Skyrim mit einem mickrigen Spielerlevel von gerade mal 14 abzuschliessen :ugly:.

 

skyrim283aq5.jpg

 

 

"I fight for the men I've held in my arms, dying on foreign soil. I fight for their wives and children, who's [sic] names I heard whispered in their last breaths. I fight for we few who did come home, only to find our country full of strangers wearing familiar faces. I fight for my people impoverished to pay the debts of an Empire too weak to rule them, yet brands them criminals for wanting to rule themselves! I fight so that all the fighting I've already done hasn't been for nothing. I fight... because I must."

 

Zurück aber zur eigentlichen Handlung, die den Spieler in mehr als nur einen Konflikt einführt und mit interessanten Dialogen ausschmückt. Der Höhepunkt einer Situation, die zu eskalieren droht, findet sich später im Verlauf des Spiels, als man in der Rolle des Drachenbluts versucht, zwei verfeindete Parteien unter der Mithilfe der Graubärte an einen Tisch zu setzen und einen Kompromiss auszuhandeln. Einen Kompromiss, bei dem man sich fast schon gezwungenermassen bei einer Seite unbeliebt macht, weil Zugeständnisse und Landabtretungen gemacht werden müssen, die nicht gemacht werden wollen. Zähneknirschend schliessen alle Parteien aber einen Pakt, der zur Gefangennahme eines Drachens führt und zumindest für kurze Zeit die Differenzen von Kaisrelichen und Sturmmänteln vergessen macht, die beide einen Machtanspruch auf Himmelsrand veräussern. Zu diesem Konflikt, der sich wie ein roter Faden durch die Handlung zieht, hat man die Möglichkeit, sich verschiedensten Gilden anzuschliessen, bekommt Wind von grassierendem Rassismus in einigen Orten, versucht betrunkene Stammgäste einer kleinen Dorfspelunke letzten Endes doch noch dazu zu bewegen, ihre angehäuften Schulden zu bezahlen, damit wenigstens dieser Konflikt in kleiner Runde friedlich verläuft und und und.

 

So sehr Spielwelt, Questdesign, Charaktere, Entwicklung und auch Inhalte zu den positiven Seiten Skyrims gehören, so beschämend wirkt hier fast schon das Kampfsystem, welches in der Ego-Perspektive eine mittlere Katastrophe ist und in 3rd-Person-Ansicht praktisch unspielbar daherkommt. In der Pro & Kontra-Auflistung habe ich das vergliechen mit der Responsivität einer wiederkäuenden Kuh und meinte das auch so. Die Rückmeldung vom Kampfsystem ist abgesehen vom zu vermittelnden Gewicht der jeweiligen Waffe praktisch nicht gegeben. Das ist bei Pfeil und Bogen viel besser gelöst als bei Verwendung von Zweihändern oder regulärer Schwert/Schild-Kombination. Davon war ich nie ein Freund und werde es auch nie werden - und es bleibt zu hoffen, dass Bethesda bei einem sicher kommenden sechsten Teil vermehrtes Augenmerk darauf legt. Ich will endlich das Gefühl haben, auch wirklich etwas zu treffen - und nicht bloss mit einem 20-Kilo-Klotz durch die Luft zu fuchteln und darauf zu warten, dass das Skelett vis-a-vis meiner Nord-Visage endlich tot umfällt. Trotz diesem doch massiven Makel muss ich aber sagen, dass es doch noch irgendwie zweckdienlich ist und man sich im Verlaufe der Zeit daran gewöhnen kann. Wenn auch widerwillig.

 

skyrim39nbnm.jpg

 

 

Paarthurnax (ruhe er in Frieden): "Drem. Patience. There are formalities that must be observed, at the first meeting of two of the dov. By long tradition, the elder speaks first. Hear my Thu'um! Feel it in your bones. Match it, if you are Dovahkiin!"

 

Ansonsten aber hatte ich mit Lydia aus Weisslauf eine sehr zuverlässige Begleiterin, die mir in Not mit Tat und Kraft zur Seite stand, im letzten Viertel der Story aber von einem wilden Tier hoch oben in den Bergen zerfetzt wurde. Klar - ich hätte einfach einen Spielstand laden und sie so wiederbeleben können - aber irgendwie widerstrebte mir das und ich beerdigte Sie im Geiste. Ich nahm ihr Hab & Gut, bewahrte es mit grosser Sorgfalt auf und tat das, was jeder Abenteurer an meiner Stelle wohl auch getan hätte: Ich versuchte, den Sieg aus alleiniger Kraft herbeizuführen und widmete mich meiner einsamen, verdrossenen Nord-Art, kämpfte für mich, für Himmelsrand, für Tamriel, scherte mich nicht mehr um den Zwist zwischen den Völkern und verfolgte eisern mein Ziel, Alduin einzuäschern und Sykrim in eine nicht mehr bedrohte Zukunft zu führen.

 

Und es gab eine Stelle im Spiel, bei der mir besonders warm ums Herz wurde. Vor der letzten Schlacht, mit gesammelter Kraft, und frischem Mut getankt unterhielt ich mich mit vergessen geglaubten Kriegern in einer Ruhmeshalle, die mehr als nur einen Querverweis auf ein visualisierts Valhalla bieten konnte.

 

Darauf ein kräftiges

 

FUS RO DAH

 

 

strongu3sqm.jpg

bearbeitet von radiant

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radiant    0
strong.... :ming:

 

Was denn - unzufrieden weil kein Mighty? :pfft:

 

Bezieht sich ja nur auf den gespielten Teil und die Mainquest - abzüglich den Negativfaktoren gibt das halt "nur" ein Strong - wenn ich dann mall 100+ Stunden in Nebenquests etc. investiert habe, wird das Review natürlich überarbeitet ^_^

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Absolute Drift (PS4)

 

Also für 5,90.- habe ich da wirklich ein tolles Spiel aufgetischt bekommen. Hat mich trotz hohem Schwierigkeitsgrad stets motiviert alle Challenges zu absolvieren. Erst das dritte Spiel, welches ich platiniert habe neben Rocket League und NFS 2015 (:ugly:).

 

Mir gefiel sehr die minimalistische Darstellung gepaart mit dem Soundtrack der voll auf mich zugeschnitten ist :mushy: Wahnsinn eigentlich dieser Soundtrack für so ein kleines Spiel mit über 40 vollwertigen Liedern (>3min) von zwei Komponisten. Grossen Respekt dafür!

 

Das Spiel ist sicherlich nicht für Jedermann, aber wenn man etwas für Rennspiele und einen hohen Schwierigkeitsgrad (zumindest um alle Challenges zu absolvieren) übrig hat, dann würde ich es einem schon recht ans Herz legen.

 

Spieldauer kann ich etwas schwerer einschätzen. Habe für drei Events jeweils ca. 1 Stunde gebraucht um diese zu meistern und schätze mal die Gesamtdauer auf zwischen 10 und 15 Stunden.

 

Hier mal zwei Events wo ich eben wirklich lang dran zu knabbern hatte:

(schaut in den Videos so einfach aus :ugly:)

 

Schwere Strecke ohne Banden und Ziel 20-fachen Multiplikator aufzubauen (keine zu grossen Pausen zwischen Drifts)

 

Hier musste ich einen 25-fachen Multiplikator aufbauen und habs in der letzten Sekunde erst geschafft :lamy:

bearbeitet von -SouL ReaveR-

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Bull3t    0

Nice :thumbsup:

Habe den Titel letztens auch auf Steam beliebäugelt. Der Soundtrack macht schon Lust auf mehr.

Was findest du schwieriger - auf der Strecke nicht anzuecken oder muss man v.a. auf Punkte/Zeit fahren?

 

 

/edit

 

Bin noch am hin und her überlegen, ob ich mir Infinite auch noch einmal gönne. Müsste ich jetzt eigentlich fast in Angriff nehmen, wenn ich schon alle anderen Games durch habe :ugly: . Und auf dem PC habe ich es ausser dem DLC auch noch nie gespielt :thinking:

 

Ich weiss nur, das ich den DLC von Infinite nicht mehr spielen will. Der hat mir echt überhaupt nicht gefallen :nervous:

 

Hm, gar nicht realisiert, dass auch die Infinite Episoden dabei sind :happybig: . Die letzte Episode habe ich auf der 360 nicht mehr gespielt und habe immerhin die Option offen. 'Schnell' 3 BioShocks davor durchspielen :badpokerface:

bearbeitet von Bull3t

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Nice :thumbsup:

Habe den Titel letztens auch auf Steam beliebäugelt. Der Soundtrack macht schon Lust auf mehr.

Was findest du schwieriger - auf der Strecke nicht anzuecken oder muss man v.a. auf Punkte/Zeit fahren?

 

Die Zeit spielt eher in den wenigsten Fällen eine Rolle. Es gibt Driftkhanas (zweite Video) wo man zwar eine bestimmte Zeit nur hat möglichst viele Punkte zu erzielen, aber normalerweise reicht die Zeit immer aus. Dann gibt es ab und zu die Challenge eine Strecke unter einer gewissen Zeit ohne Crashes zu fahren, aber auch das ist nicht unbedingt schwer (einfach nicht gross herumdriften :rolleyes:).

 

Das schöne am Spiel ist, dass man nicht überall 100% braucht. Die Open World erschliesst man sich mit kleinen Missionen ("Drifte um dieses Gebäude" "Springe über den Fluss" ect.). Bei den Events kann man soviel machen wie man will. Die späteren Events werden durch die 5 Open Worlds freigeschalten. Bei den Events ist auch das Gute, dass die jeweiligen 5 Challenges nicht allesamt in einem Run geschafft werden müssen, das wäre dann nämlich extrem schwer geworden. Man kann also die Challenges so abarbeiten, was ich eben recht motivirend fand.

 

Die Zeit ist also eher nicht so der Feind, eher die Banden und Objekte in die man hineinfahren kann.

 

 

 

Meine zwei Favs aus dem Soundtrack:

[spoiler=.]

 

 

bearbeitet von -SouL ReaveR-

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hoochli    0

Watch Dogs 2 (Xbox One)

 

So, nach knapp 50 Stunden bin ich mal durch mit dem Hauptspiel. Ich habe alle Hauptmissionen sowie alle gefundenen Nebenmissionen beendet, alle Sehenswürdigkeiten fotografiert, ein paar Taxifahrten gemacht sowie die meisten Upgradepunkte auf der Karte gesammelt. Das Geld habe ich nur im Vorbeigehen mitgenommen, aber ich habe mir sowieso nie etwas gekauft ausser die paar Autos für den Erfolg.

 

Mir hat ja schon der erste Teil relativ gut gefallen, aber der zweite macht alles noch eine Spur besser. Die Story und die Charaktere sind natürlich hanebüchen, aber da sich das Spiel im Gegensatz zum ersten Teil nie ernst nimmt, geht das in Ordnung.

 

Man könnte das gesamte Spiel durchspielen, ohne auch nur jemanden zu töten, aber sobald man die Drohne und den RC Car mit C4 ausstatten kann, sind alle guten Vorsätze dahin und man sprengt sich durch die Gegner wie sonst nichts. Und wenn man mal ausgeschossen ist, ruft man halt die Polizei oder eine gegnerische Bande, die da aufräumt. Dafür, dass DedSec für eine gute Sache kämpft, macht es ihnen überhaupt nichts aus, wenn es Kollateralschaden gibt :ugly:

 

Ich freu mich auf den DLC.

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aemjay    0

TITANFALL 2 Kampagne

Habe als letztes TITANFALL2 die Kampagne beendet. Habe die ganze Kampagne gestreamt und war an einem Nachmittag durch. Die Atmosphäre und die Geschichte fand ich toll die Grafik sowieso. Und ich muss sagen auch das Movement mit und ohne Mech wurde gegenüber dem ersten teil nochmals einen Tick verbessert.

 

Hat mir wirklich gefallen das Spiel, kann die Kampagne nur empfehlen!

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Until Dawn

 

Gestern spontan einen 2ten Durchgang absolviert ^_^

Das Spiel ist einfach so gut :mushy:

In den Schlussminuten eine falsche Entscheidung getroffen und somit mein Ziel nicht erreicht. :sad::ugly:

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KiLLu    0

Final Fantasy XV (PS4 Pro)

 

final-fantasy-xv-1-2-700x350.png

 

Pro & Contra

 

+ tolles Charakterdesign

+ sympathisches, tolles Heldenquartett

+ stellenweise sehr schön

+ weitgehend toller Soundtrack

+ ansehnliche, glaubhaft gebaute offene Spielwelt

+ an sich spannendes Szenario

+ Charakterentwicklung geht in Ordnung

+ cooles Foto-Feature

+ fantastisches Kampfsystem

+ viel zu tun...

- ... aber viel Fliessbandarbeit

- wirkt teilweise extrem unfertig

- sehr enttäuschende Storyprogression

- mangelhaftes Pacing

- minimalistisch gehaltene Antagonisten

- Ausrüstung in Umfang und Bedeutung vernachlässigbar

- generell relativ seicht und wenig fordernd

- KI nicht immer glänzend

- Chapter 13

- insgesamt viel verschwendetes Potenzial

 

Fazit

 

"The Figure that still lies asleep in the Fantasy."

 

Dieser Satz fand sich am Ende eines ganz alten Trailers zu Final Fantasy Versus 13 und trifft nun ironischerweise auf das fertige Final Fantasy XV erstaunlich gut zu, muss man leider resümieren.

 

FFXV ist ein Werk, das von seiner langen, holprigen und sicherlich auch sehr frustrierenden Entwicklungsgeschichte durch und durch gezeichnet ist. Es ist ein Spiel, welches den Namen Final Fantasy verdient, ja, das auf jeden Fall. Doch es ist auch - ähnlich wie etwa MGS V letztes Jahr - ein Spiel, welches sein inneres Potenzial so verschleudert, dass es weh tun muss. Überall sieht man die Frakturen und Designbrüche, die sich notgedrungen einschleichen, wenn man einerseits unter einer schlechten Projektleitung steht, und andererseits am Schluss die Zeit, wieder ironischerweise, dann doch plötzlich viel zu knapp wird.

 

Besonders gut fällt dies auf, wenn man sich die alten Gameplayvideos und Trailer zum Spiel vergegenwärtig und damit vergleicht, was man im finalen Spiel letztlich auch spielen kann. So gut wie nichts davon hat es auch in das nun fertige Produkt geschafft. Überbleibsel des damaligen Spieles sieht man erst in den letzten paar Kapiteln deutlich. Und diese passen dann auch wirklich schlecht in das übergeordnete Gesamtkonzept des Spiels. Diese Gegensätzlichkeit und Unvollkommenheit ist letztlich in jeder Hinsicht die grosse Schwäche des Titels: Überall finden sich sehr gute Versatzstücke, einzelne tolle Momente und viel unverkennbares Herzblut des Entwicklerstudios wieder. Nur kommen all der Elan und all die guten Ideen nur ganz selten zu einem erfüllenden, stimmigen und befriedigenden Ganzen zusammen.

 

Allen voran zeigt sich dies bei der Charakterportraitierung und der eigentlichen Geschichte. Was klarerweise als grosses, über viele Dutzend Stunden angelegtes Epos mit vielen filigran portraitierten Figuren angelegt war, ist ein erzählerischer Flickenteppich geworden, in den einzelne durchaus schöne Fragmente eingewoben wurden, das meiste aber unfertig, undurchdacht oder gekürzt und auf Biegen und Brechen noch irgendwie implementiert wurde. Man kann mit Sicherheit sagen, dass es inhaltlich der schwächste Hauptplot in einem FF-Mainteil geworden ist, zumindest empfand ich das so. Diese Inkonsistenz zieht sich auch durch die eigentliche "Stimmung" des Spiels. Sind die Kapitel 1 bis 8, welche wohl erst viel später dazu kamen, fröhlich, witzig und von einer ausgesprochenen Leichtigkeit des Seins gehalten, entwickelt FFXV spätestens ab dem zehnten Kapitel eine sehr düstere, Shakespeare-esque Tonalität, die an sich zwar interessant ist, aber überhaupt nicht in das stilistische und erzählerische Gesamtkonzept hineinpasst. Auch in dieser Hinsicht besteht also eine letztlich unübersehbare Fraktur, die sich nur durch die lange Entwicklungszeit erklären lassen kann.

Das ist letztlich jammerschade, hat man doch eine wirklich vielversprechende Auslegeordnung mit sympathischen, potenziell gehaltvollen und erinnerungswürdigen Charakteren geschaffen, mit denen der Spieler eine an sich sehr spannende Welt bereist.

 

Spielerisch sieht die Welt zum Glück etwas rosiger aus. Gerade in den ersten 8 Kapiteln ist es ein grosses Vergnügen, sich in der bildschönen und an sich interessanten offenen Spielwelt zu bewegen und zahlreiche (MMO-orientierte) Aufgaben zu lösen. Getragen wird dies alles dabei nicht nur von der wirklich glänzenden Präsentation, sondern allen voran vom aus meiner Sicht brillianten Kampfsystem, welches sich definitiv ganz weit oben in der Reihe einrangieren darf. Am besten lässt sich das Kampfsystem als eine Mischung der Teile 12 und 13 erklären, wobei der Actionfaktor noch etwas erhöht wurde, was zu sehr dynamischen und selbst bei schwachen Standardgegnern kurzweiligen Kämpfen führt. Schade nur ist das Spiel etwas zu anspruchslos ausgefallen. Das System hätte von einem knackigen Schwierigkeitsgrad wohl nochmals mehr profitiert. Trotzdem, die ersten gut 30 Stunden waren für mich ein absoluter Genuss, den ich so auch nicht missen möchte.

 

Aus diesen Gründen - und natürlich aufgrund der wirklich liebenswerten Boyband, mit der man als Spieler zusammen die Welt bereisen darf - bleibt mir Final Fantasy XV doch grösstenteils positiv in Erinnerung. Ich hoffe, SquareEnix wird in Zukunft auf diesem Fundament aufbauen. Man hat hier eine wirklich gute Grundlage für künftige (Main-)Titel geschaffen. Hoffentlich wirft man diese nicht weg und baut jene legendäre Fantasie, auf die die ganze Industrie seit 10 Jahren wartet und woran sich nicht zuletzt SquareEnix selbst immer wieder misst.

 

7.5/10

bearbeitet von KiLLu

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