Jump to content

Recommended Posts

Geschrieben

Ich finde das Game auch extrem spassig bisher, aber auch für mich war GTA IV besser - allein schon von der Geschichte her. Beim Trio hier habe ich Mühe mit den Chars, die steten Wechsel führen dazu, dass man sich mit keinem von denen richtig "identifizieren" kann, um in der Welt aufzugehen. Gestern Abend habe ich noch die Folterszene gemacht und das war einfach nur geschmacklos und völlig überflüssig, selbst für Trevor. Die sog. Heists liegen für meinen Geschmack viel zu weit auseinander. Dazwischen beschäftigt man sich mit völlig belanglosen Sidemissions. Auch sind mir manche Autofahrten einfach viel zu lang. Ich weiss auch nicht woran es liegt, ob ich schon zu erwachsen bin für solche Games, keine Ahnung. Die Chars selbst machen ebenfalls keine Entwicklung durch, sie sind klischeebehaftete, plakative Abziehbilder einer pseudocoolen Realität, wie sie pubertierende Jungs häufig glorifizieren. Der Sarkasmus und die bissige Gesellschaftssatire scheint viel zu selten durch, sogar bei den Radiostationen.

 

Interessanterweise habe ich einzig in grafischer Hinsicht nichts zu bemängeln. Am Ende des Konsolenzyklus und angesichts der 8-Jahre alten Technik ist die grafische Leistung einfach atemberaubend - egal ob tagsüber, im rosaroten Sonnenuntergang oder der nächtliche Blick über die City von den Vinewood Hills aus - es sieht einfach fantastisch aus.

 

Bin jetzt bei 35%, nach dem Merrywater Heist (der mich richtig aufgeregt hat) und plane jetzt den nächsten... Bis jetzt ist es für mich eine 8...

Geschrieben

in einem gta möchte ich in erster linie spass haben, mehr nicht.

die story war bei teil 4 definitiv besser, das wars dann aber auch schon.

abseits der story konnte man so gut wie nichts machen.

hab das spiel danach nicht mehr angefasst.

 

beim neusten teil hab ich schon stunden einfach nur scheisse gebaut und andere aktivitäten erledigt.

wenn man kollegen im raum hat gibt man einfach das pad ab und lässt den anderen machen was er möchte.

gab schon so viele lustige momente und immer entdeckt man wieder was neues.

einfach perfekt in dieser hinsicht!

 

und technisch natürlich ein meisterwerk, aber eben nicht immer.

Geschrieben

ging mir genau gleich, war am rumblödeln und ging rauchen, gab das pad aber meinet Freundin.

 

Nach 5Min kam ich zurück und sie war mit dem Auto auf einem Hochhaus und hat mich ganz Schockiert angeschaut.

 

ich nur noch so:milk:WTF!!!

Geschrieben

BTW wie weit in der Story ist man nach dem Merrywater Heist? Ich habe das Gefühl ich bin noch nicht mal in der Mitte des Games...

 

Als ich gestern kurz zu Trevor switchte war er mit seiner Rostlaube auf der Autobahn auf der Flucht vor der Polizei... Keine Ahnung was er angestellt hatte :lol: Hattet ihr das auch schon?

Geschrieben
ging mir genau gleich, war am rumblödeln und ging rauchen, gab das pad aber meinet Freundin.

 

Nach 5Min kam ich zurück und sie war mit dem Auto auf einem Hochhaus und hat mich ganz Schockiert angeschaut.

 

ich nur noch so:milk:WTF!!!

 

Wie zum...? :wtf-m:

Geschrieben
oder man nimmt den transport heli! :cookie:

 

Die Heli-Steuerung ist ne Katastrophe... :canadian:

 

Mit keinem Char kann man die Dinger anständig fliegen. Nicht mal mit Trevor. Da sind mir die Flugzeuge um einiges lieber...

Geschrieben
Hab irgendwo ein GIF gesehen wie's gemacht wird. Gibt irgendwo in der Stadt sone Rampe wo das Möglich ist...

 

Find es gerade nicht! :okay:

 

Beim Los Santos-Flughafen hat's zwei grosse Rampen, wo man - mit dem entsprechenden Auto - recht gut "abfliegen" kann :cookie:

Geschrieben
Gestern wieder bis um 2Uhr mit Dirte gerockt, inklusive Helikopter :cookie: Macht unheimlich spass. Aber wir brauchen mehr Mitspieler!

 

Böxchen? Bin dann vielleicht später, heute Abend, auch mal on...

Geschrieben
Böxchen? Bin dann vielleicht später, heute Abend, auch mal on...

 

Wehe dir wenn nicht. :stare:

 

Den Helikopter haben wir gestern ganz zufällig gefunden. Auf dem Flughafen ist ja überhaupt nichts los online, aber Helis stehen dort rum. :ugly: Wir haben dann einfach mal Jagd nach den Mitspielern gemacht. Wie panisch die versuchen zu flüchten, wenn man ihnen mit dem Heli hinterherfliegt. :lol:

 

Bin nur zwei- oder dreimal abgestürzt. :mercury:

Geschrieben

Sie meint es sei ein Physik Bug gewesen mit einer Mischung aus Polizeiwagen Kollision, Strassenampel und Maschendraht Zaun. :ming:

 

 

Wäre auch für ein paar Runden zu haben... wenn die Trootel entlich unseren Knotenpunkt reparieren würden...

Geschrieben
Sie meint es sei ein Physik Bug gewesen mit einer Mischung aus Polizeiwagen Kollision, Strassenampel und Maschendraht Zaun. :ming:

 

 

...

 

In Dark Souls wäre das ein Feature :lol:

 

Ist aber gut möglich. Mich hat eine Frontalkollision mit einem Bus samt Auto über zwei Blocks geschleudert :ugly:

Geschrieben

Gameswelt hat einen sensationellen Artikel von einem Pädagogen veröffentlicht, der sich zum Thema GTA 5 und die Käuferschicht der Kinder äussert. Ich bringe den deshalb im Volltext und nicht nur als Link:

 

Bei unserem kürzlich veröffentlichten Artikel zur Folterszene in Grand Theft Auto V fiel uns ein Kommentar besonders auf. In Absprache mit dem Autor veröffentlichen wir diesen Kommentar an dieser Stelle noch einmal separat, da er nicht nur das Thema GTA V behandelt, sondern auch interessante Einblicke in verwandte und sehr kritische Themenbereiche aus der Sicht eines Lehrers bietet und somit zu erweiterten Diskussionen anregt. Den Gameswelt-Artikel, auf den er sich bezieht, findet ihr unter diesem Link. Dort findet ihr auch den unbearbeiteten Originalkommentar. Alle Änderungen dieser Version dienen der besseren Lesbarkeit und auch dem Verständnis für diejenigen, die den dazugehörigen Gameswelt-Artikel möglicherweise nicht gelesen haben.

Bevor wir den Verfasser dieses Textes zu Wort kommen lassen, ein paar einleitende Informationen zu seiner Person – natürlich mit seinem Einverständnis hier veröffentlicht: Michael ist 28 Jahre alt und seit einem Jahr Lehrer im Bereich der literarischen Fächer, hat allerdings bereits acht Jahre Lehrerfahrung. Derzeit betreut er zwei Mittelstufenklassen. Abschließend noch der Hinweis, dass die hier veröffentlichte Meinung seine persönliche ist und deshalb nicht zwingend die Meinung der Redaktion widerspiegelt.

Michael:

Als ich selber noch zur Schule ging, hat mich mein Hobby – Videospiele spielen – beinahe um das Abitur gebracht. Und es ist nur der strengen Kontrolle meiner Eltern zu verdanken, dass ich es dann auch mangels Alternativen (Stubenarrest) und aufgrund meines wenig auf Ärger gepolten Gemüts geschafft habe. Nach der Schule habe ich mein Studium begonnen und als Erstes meinen Gaming-PC abgeschafft und mir ein MacBook gekauft. Denn damit kann man fast nichts spielen. Dennoch blieb ich ein wenig an Minecraft hängen und habe später etliche Stunden mit Civilization V verbracht. Um es abzukürzen: Ich erkenne eine Videospielesucht, wenn ich sie sehe, denn ich habe selber eine Tendenz dazu, und das mit 28 Jahren. Wenn man den Begriff „Nerd“ folgendermaßen definiert, dann bin ich ein „Nerd“: „Jemand, der einen großen Teil seiner Freizeit damit verbringt, Dinge zu installieren.“ In meiner Freizeit repariere ich alles, was einen Einschaltknopf besitzt. Ich mache das aber aus Spaß und nicht etwa, um Geld zu sparen.

 

Was Technik angeht, weiß ich tatsächlich viel mehr als meine Schüler. Das ist unter Lehrern eine Seltenheit und macht mich im Lehrerzimmer auch zu einem Exoten. Denn auch die jungen Lehrer sind Technik gegenüber eher skeptisch. Sie haben sie daheim im Wohnzimmer, aber wenn sie mal ein Problem haben, klagen sie nur und wissen nicht weiter. Meistens ist dann am Ende der Hersteller schuld, obwohl ich ganz klar den „DAU“ (den dümmsten anzunehmenden User) diagnostiziere. Wenn also im Lehrerzimmer jemand sagt, er finde, dass die Kinder zu viele Killerspiele spielten, und dann im nächsten Satz hinzufügt, die spielten immer PES, dann weiß ich, dass weder ich noch die Eltern den Kollegen besonders ernst nehmen. Oder andersherum: Die Eltern schätzen meine ehrliche Meinung, da sie wissen, dass ihre Kinder mich bei Technikdingen stets alles fragen können und sie von mir auch gute Antworten bekommen und ich nichts verurteile. Videospiele sind für mich ein Hobby. Ein Hobby, das man wie jedes andere betreiben darf und soll, es darf eben nur niemals in Sucht übergehen. Hobbys sind ein Ausgleich vom Alltag und wichtig, um Lerninhalte tatsächlich zu verarbeiten.

Deswegen liegt mir das Thema Videospiele sehr am Herzen. Auch, weil die Kinder heutzutage wenig intertextuelle Zusammenhänge kennen und ich am Beispiel der Filme und Videospiele auch gerne mal „Goethes Faust“ in Verbindung mit „Batman“ und „Ariadne“ in Verbindung mit etwa „Inception“ bringe. Meine Kollegen nennen das schlecht kopiert, ich nenne das Mittel zum Zweck. Und häufig lesen die Kinder am Ende dann tatsächlich das Original oder machen sich wenigstens kurz schlau darüber.

 

Um beim Thema zu bleiben: Wenn ich mit den Eltern der Kinder über Videospiele rede, komme ich häufig an die Grenzen des gesunden Menschenverstandes. Ich habe schon alles gehört, und das in erst acht Jahren Lehrtätigkeit. Ich kenne sogar Fälle, da lassen die Eltern das zweijährige Kind vorm Fernseher sitzen, wenn sie sich „SAW II“ anschauen wollen. Ihrem großen Sohn habe das ja schließlich auch nie geschadet. Tja … Doch das hat es, nur kann ich das natürlich nicht so sagen.

Was hat das mit GTA zu tun? Ganz einfach: Die Schüler aus der sechsten Klasse reden alle heimlich darüber, beschäftigen sich per YouTube (etwa Let‘s-Play-Videos) mit dem Spiel oder lesen sogar Artikel darüber. Die Siebtklässler spielen es alle überwiegend, versuchen es aber wenigstens zu verheimlichen. Die Schüler aus der achten spielen es alle oder sparen darauf. Wie kommen sie an die Spiele heran? In subjektiv gefühlten 98 Prozent der Fälle kaufen es ihnen ihre Eltern für gute Schulnoten! Ein Prozent spart selbst und kauft es heimlich über volljährige Freunde (ich werde auch häufig gefragt, lehne aber kategorisch ab). Und die anderen spielen es bei Freunden daheim.

Gehen wir mal hypothetisch davon aus, dass jeden Morgen 40 Millionen Vollidioten aufstehen und Mist verzapfen. Wie soll da ein normaler Mensch sein Kind davor beschützen, Gewaltspiele zu spielen? Überall im Netz sind Gewaltvideos verteilt. Wenn ich es als Erwachsener einschränke, schaut das Kind es in der Schulpause auf dem Smartphone des Mitschülers (bei uns sind Smartphones erlaubt, da wir den Schülern den Umgang mit den Medien zeigen wollen. Sie dürfen das Smartphone sowohl als Taschenrechner nutzen als auch im Fremdsprachenunterricht Sparknotes nachschlagen und Fremdwörter klären). Worauf ich hinauswill: Wir können unsere Kinder nicht davor beschützen, weil der Gesetzgeber schlicht nichts dafür macht! Klar könnte ich alle Eltern bei der Behörde anzeigen, es würde ein kleines Bußgeld geben und danach wäre ich das Arschloch der Nation – nein danke. Die Strafen müssten einfach viel höher sein. Wer einem Kind ein eindeutig ab 18 ausgewiesenes Videospiel kauft, soll 5.000 Euro Strafe zahlen. Dann erledigt sich zumindest der Konsum.

Ich als Erwachsener halte aber wiederum wenig von Zensur. Ich möchte meine Mediathek nicht erst ab 20:15 Uhr besuchen können (so macht es ARD mit dem „Tatort“). Ich möchte das auch samstagnachmittags anschauen dürfen. Da ist der Staat dann wieder ganz genau und schützt die Kinder vor dem „Tatort“. Ist auch eine ganz schlimme Sendung und bei den Kindern seeeeeeehr beliebt …

Zum Thema: Normalerweise bin ich da auch nicht empfindlich. Die oben genannte Gruppe spielt auch überwiegend Battlefield und Call of Duty. Das stört mich weniger, denn im Gespräch hört man heraus, dass der Team-Geist und der E-Sport im Vordergrund stehen. Bei GTA ist das ganz anders. Die Kinder sind in einer Art und Weise fasziniert, die ich durchaus als bedenklich einstufen möchte. Vor allem die Jüngeren finden den Gedanken spannend, Autos zu klauen, mit Drogen zu dealen und ein Strip-Lokal zu besuchen. Insbesondere Letzteres, weil sie sich darunter nichts vorstellen können. Häufig sind das aber auch Kinder von Eltern, die ihnen rein gar nichts über das Leben beibringen. Eltern, für die Begriffe wie „Prostituierte“ so anstößig sind, dass sie ihrem Kind niemals das Konzept der Prostitution erklären würden. Dass die Kinder es dann googeln, ist den Eltern häufig nicht so klar, und dass sie danach eher verstört als aufgeklärt sind, auch nicht.

 

Worum geht es in GTA V? Das habe ich letztens einen Vater gefragt, der das Spiel seinem Sohn gekauft hat. Schnelle Autos, hippe Musik, Lifestyle, das war seine ehrliche Antwort. Der Junge habe nur gesagt, es sei ein AAA-Titel, den er haben müsse. Dass er in der ersten Stunde mit ansieht, wie jemand zu Tode getreten wird, dass Folter und Gewaltverherrlichung eine entscheidende Rolle spielen, dass Amokläufe Teil der Spielerfahrung sind, wusste er nicht. Und er war entsetzt, dass ich so etwas spiele. Ich habe ihm geraten, selber den Controller in die Hand zu nehmen. Kurz darauf wurde das Spiel aus dem Kinderzimmer seines Sohnes verbannt und mir wurde für mein Engagement gedankt. Der Vater spielt es nun selber.

Bei den Kindern ist mir immer wichtig, dass sie keine Wörter benutzen, die sie nicht erklären können. Oft höre ich sie sagen: „Lehrer A ist ein Pädophiler“. Wenn man dann nachhakt, hört man heraus, dass er den Oberstufenschülerinnen in den Ausschnitt schaue. Ich bin da drastisch und nehme auch scharfe Wörter in den Mund. Die Schüler müssen das dann auch genauso wiederholen. „Ein Pädophiler fickt Babys und Kleinkinder gegen ihren Willen.“ Da sind die Schüler meistens baff, aber seitdem lebt der Kollege weniger gefährlich. Man stelle sich vor, dies spräche sich herum. Die Sache mit dem Ausschnitt geht natürlich auch nicht. Aber, hey, Fehler machen ist menschlich und es geht mich auch darüber hinaus gar nichts an. Aber wenn die Kinder Fremdwörter gefährlich falsch benutzen, weil sie deren Bedeutung nicht kennen, sind sie dann in der Lage, den tieferen Sinn eines GTA V zu verstehen?

 

Sie sind es nicht! Kein einziges Kind konnte mir die folgende Frage beantworten: „Wenn GTA V eine Kurzgeschichte wäre, was würde der Autor euch für euer Leben mit auf den Weg geben wollen?“ Wer jetzt meint, das sei für Achtklässler zu schwierig, der hat vielleicht recht, aber die Schüler der Oberstufe raffen es auch nicht!

Sie spielen nur und genießen. Sie hinterfragen nicht. Für sie ist auch die Folter kein Ding. Manche finden es übertrieben, aber was Gewalt angeht, sind sie viel abgebrühter als wir Erwachsenen. Achievements sind für sie ein Riesending! Darüber können sie stundenlang nachdenken. Lernpsychologisch ein hochinteressantes Thema. Wir fühlen uns dann am besten, wenn wir Erfolg haben. Im echten Leben müssen wir uns den Erfolg meistens hart erarbeiten und viele Eltern sorgen bereits für solch einen enormen Druck, dass der gewünschte Erfolg vom Kind gar nicht erreicht werden kann! In der Folge suchen die Schüler den Erfolg virtuell. Je mehr Achievements, desto süchtiger machen die Spiele (Quellen: 1, 2).

Und wenn Gewalt einfach nur sinnlos konsumiert wird, ohne dass ich mir Gedanken darüber mache, dann ist das höchst bedenklich. Und genau dann wünsche ich mir, dass nur gebildete Menschen diese Spiele/Filme/Literatur konsumieren dürfen. Eine erquickende Vorstellung, wenn man an der Kasse einen Aufsatz einreichen müsste. Das ist natürlich totaler Quatsch.

Noch etwas: Satire? Was ist das denn? Nie gehört? Ach so … okay … Aber dann ist mir das zu schwierig, denn da müsste ich mich ja mit einer Sache näher beschäftigen, um am Ende lachen zu können.

 

In etwa so verläuft eine Unterrichtsstunde über das Thema Satire, wenn man zu klassischen Mitteln greift. Dass GTA V ultrasarkastisch und -satirisch ist, sehen sie gar nicht. Sie kennen das Konzept vom amerikanischen Traum nur aus langweiligen Schulbüchern und von noch langweiligeren Lehrern, die ihnen beibringen, dass das Bildbearbeitungsprogramm Kai's Photo Soap und der Netscape-Browser aus dem Silicon Valley stammen. Wenn man ihnen „Californication“ von den Red Hot Chili Peppers vorspielt, bleibt nur „Hardcore Softporn“ hängen. Sie interpretieren den Song total falsch, weil sie einfach ganz schlimme Bildungslücken haben. Sie verstehen die Faszination nicht, die der Durchschnittsamerikaner für Kalifornien empfindet. Sie kennen die Kultur nicht, ihnen fehlt Empathie, ihnen fehlt die Fähigkeit, Probleme zu erkennen. Sie haben keinen Respekt für Dinge, die alt sind, und traurigerweise auch nicht für solche, die brandneu sind. Sie sind die Produkte ihrer Umwelt – egozentrische Gadget-Konsumenten, die ein vollkommen falsches Bild vom echten Leben haben.

Das Wichtigste bringt ihnen keiner bei, weil die allgemeinbildende Schule nur noch Inhalte vermittelt, die jeder auf Wikipedia nachlesen kann, der nicht halbwegs bescheuert ist. Sie lernen nicht, Probleme zu erkennen. Problemlösemethoden kennen sie zuhauf, aber wenn ich ganz klassisch sage "Analysiere und interpretiere den Text", dann habe ich am Ende nur Fünfen und Sechsen. Neuerdings müssen Lehrer ja kleinschrittige Fragen stellen, aber das Leben besteht nun mal nicht aus kleinschrittigen Fragen. Der zukünftige Chef sagt einem nicht: "Tue dies, tue das …" Er erwartet, dass du selbstständig in der Lage bist, Probleme zu erkennen und dir zu überlegen, wie du sie löst. Okay, ich sage es offen, der Rahmenlehrplan ist für'n Arsch. Jeder halbwegs versierte Schüler kann eine normale Deutschstunde sprengen, indem er einfach das Internet bedient. Ich als medial kompetenter Lehrer weiß das natürlich und binde deswegen sehr stark neue Medien ein. Wenn der Möbius charakterisiert werden soll, erwarte ich intertextuelle Bezüge. Sie sollen das Internet benutzen, aber wehe mir kommt einer mit der Wikipedia-Charakterisierung. Ich fordere sie auch auf, die Wikipedia-Artikel selber zu bearbeiten. Und wenn eine Analyse gut ist, sollen sie sie auch hochladen und das gemeinsame Wissen der Menschheit mehren. Inhalte sind total überbewertet, was zählt, ist die Fähigkeit, analytisch vorzugehen.

 

Wenn sie das könnten, dann würden sie in GTA V tatsächlich ein wenig Bildung finden. Ich lese in meiner Freizeit Bücher und darf die einfach nur genießen, ohne darüber nachzudenken, wieso dort eine Alliteration oder eine Anapher steht. Das soll man ja auch, einfach mal abschalten. Aber wenn ich bei der Folterszene lauthals lache, weil der arme Teufel Tausende Male sagt, er würde auch so alles sagen, dann habe ich das Gefühl, dass ich der Einzige bin, der den satirischen Seitenhieb auf Filme wie „Unthinkable“ und „Five Fingers“ verstanden hat. Und wenn dann bei der anschließenden Autofahrt noch über den Sinn von Folter diskutiert wird, ist mir völlig klar, dass das bewusst so absurd ist, dass es mich dazu zwingen soll, mein Hirn einzuschalten. Wie beim Theater des Absurden – Dürrenmatt. Das haut die Kinder oft aus den Socken, dass die Videospielhersteller bei deutschen Autoren abgeschaut haben sollen. Da gibt es ja auch diese berühmte Autofahrt mit einer Leiche … – "Das Ende einer Dienstfahrt".

Ich komme mir so vor, als ob ich in meinem Beruf das mache, was die Eltern mit ihren Kindern machen sollten: darüber reden und nicht einfach hinnehmen, dass ihre Kinder tun und machen, was sie wollen. Und am Ende wundern sie sich, wenn ihre Kinder sie aus Bequemlichkeit ins Heim stecken.

Ich war schon mal in L. A. und habe eine Kalifornien-Rundreise gemacht. Ich finde, dass das Flair der Stadt unheimlich gut eingefangen wurde. An manchen Orten verweile ich und blicke mich um, erinnere mich an das echte Stadtbild, erkenne Parallelen. Ich habe mir fest vorgenommen, zumindest hermeneutisch zu klären, was GTA V über die postmoderne Gesellschaft aussagt. Die Kinder sollen begreifen, dass der Hang zu mehr Gewalt in den Medien sehr direkt mit ihrem Leben zu tun hat. Action-Filme sind das Spiegelbild der Gesellschaft, hat mal einer gesagt. Und wenn wir einen Blick auf die Historie von James Bond werfen und uns die Action-Filme anschauen, die derzeit laufen, dann war der Kerl ein Genie.

 

So, nun ist es auch mit mir durchgegangen. Ich persönlich hätte auf die GTA-Folterszene verzichten können. Mich stört eher, dass die Kinder so leicht an das Spiel rankommen und sie etwas anderes daraus mitnehmen als ich. Klar macht es mir auch Spaß, mal Dampf abzulassen, virtuell herumzurasen, aber ich genieße auch die Anspielungen auf unser aller Leben. Eins steht fest: Manche Dinge muss man selber erleben, man kann nicht darüber lesen oder es erklärt bekommen. Es ist vielleicht hilfreich, weil es einen dann nicht so umhaut, wenn die Situation einmal kommt. Und deswegen ist GTA V nun mal nichts für Kinder. Sie haben noch keine Sinnkrise erlebt, und das sollen sie auch lange Zeit nicht! Wie sollen sie das Dilemma des Michael [De Santa aus Grand Theft Auto V, Anm. d. Red.] verstehen? Definitiv eine pädagogische Herausforderung.

Oder wie mein Papa immer sagt:

Ein System aus dem 19. Jahrhundert mit Lehrern aus dem 20. Jahrhundert unterrichtet Kinder aus dem 21. Jahrhundert mit Eltern aus dem 21. Jahrhundert, die so wenig über Technik wissen wie niemals zuvor und dennoch die militanteste Elterngeneration sind, die es jemals gab. Das kann niemals klappen.

 

Noch ein kleiner Seitenhieb: Acht von zehn Kindern haben mehr und teurere Gadgets als ich. Ich gönne sie ihnen, aber ich habe Angst, dass sie sich das in zehn Jahren einfach nicht mehr leisten können. Vieles davon ist jetzt schon auf Pump gekauft. Auch haben sie seltsame Vorstellungen, die mit Geld zu tun haben. 30 Euro für ein Vertragssmartphone, das ist für sie normal. Ich bin, glaube ich, der Einzige im Klassenraum, der ein altes Galaxy SII hat und nur ein Asus Memo Pad FHD 10, der aber trotzdem ein iPhone reparieren könnte und es nicht einfach wegwirft, nur weil das Display gerissen ist. Diese Verschwendungssucht macht mich sauer, aber meistens sind es auch die Eltern, die ganz besonders dickköpfig sind und deren Kinder kleine Prinzen sind, die alles dürfen.

Bevor ein falscher Eindruck entsteht: Ich liebe meinen Beruf und ich nehme niemals etwas persönlich. Meistens haben die Kinder kein Problem mit dem Lehrer, sondern irgendetwas anderes bedrückt sie und ich bin dann eben mal das Ventil. Im Einzelgespräch erkenne ich meistens, dass sie sich nach ernsthafter Kommunikation mit einem Erwachsenen sehnen. Daheim ist ja niemand, da beide Eltern Vollzeit arbeiten, um den vollkommen übertriebenen Lebensstandard der postmodernen Durchschnittsfamilie zu finanzieren. GTA V lässt grüßen.

 

Link

 

Tragisch aber wahr! :sad:

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

×
×
  • Neu erstellen...